Das Stück der Woche, weil es eine Plattform betrifft, auf der viele Maschinenbauer ihre Produkte entwickeln. Am 5. Oktober haben Schneider Electric und PTC bekanntgegeben, dass Schneider PTC für 205 Dollar je Aktie in bar übernimmt, rund 22,6 Milliarden Dollar für das Eigenkapital und 42,3 Prozent über dem letzten Schlusskurs. Finanziert wird das mit einer Kapitalerhöhung von rund 5 bis 6 und neuen Schulden von rund 16 bis 17 Milliarden Euro; den Aktienrückkauf will Schneider voraussichtlich 2027 und 2028 pausieren. PTC liefert CAD, PLM, ALM und Service-Software an nach eigener Angabe mehr als 30.000 Kunden. Abschließen wollen beide bis zum dritten Quartal 2027, nach der Zustimmung der PTC-Aktionäre und behördlichen Freigaben, laut PTCs Meldung an die US-Börsenaufsicht unter anderem der US-Kartellprüfung und des CFIUS. Die erwarteten rund 800 Millionen Euro Umsatzsynergien sollen an erster Stelle aus Cross-Selling in beide Richtungen kommen. Für Maschinenbauer zeigt Schneiders Investorenpräsentation, worauf das zielt: „Open Software Defined Automation: design once, build right, run smarter“, neben der eigenen Automatisierungssoftware Automation Expert. Matthieu Kulezak von Interact Analysis sieht die Chance darin, Beziehungen früher aufzubauen, „before these customers select automation equipment“. Die Mitteilung verspricht dabei, einen „open-by-design approach across vendors and hardware“ zu bewahren. Genauer hat Schneider das schon einmal zugesagt: Als es 2022 AVEVA ganz übernehmen wollte, versprach es „the equal ability to work with or without Schneider Electric hardware“, dazu eigene Marke, eigenen Vertrieb und eigene Entwicklung. In den Unterlagen zu PTC stehen solche Grundsätze bisher nicht. ThingWorx und Kepware gehören nicht zum Geschäft, sie sind seit März bei Velotic. Wer Windchill oder Creo nutzt, behält PTC als Vertragspartner, künftig als Tochter von Schneider. Bis es für PTC Grundsätze wie bei AVEVA gibt, wird Offenheit dort verbindlich, wo Kunden bis zum Abschluss unterschreiben.